Lösung Rätsel Tafel 1
Richtig: b
Der Bachflohkrebs (Gammarus fossarum) ist ein Botschafter für vielfältige, saubere Bäche. Wo er in grosser Zahl vorkommt, ist der Bach gesund. Er reagiert als sogenanntes Zeigertier empfindlich auf Gewässerverschmutzungen. Pestizide und schlecht geklärte Abwässer schädigen und töten diese Tiere. Laubfall ist hingegen positiv. Die Tiere ernähren sich vorwiegend von Falllaub, aber auch jeder Art organischer Nahrungspartikel, die aus dem Wasser gefiltert werden können. Die Krebse fressen oft nur die weichen Blattteile und lassen ihre Skelette beiseite.
Hintergrundinformationen zum Standort
- Zugang zu natürlichen Abschnitten des Aescherbachs: über Wege südlich von Heligenmatt parallel zum Bach / über den Zugang zum Naturschutzgebiet Teuftlen (Lochmatttobel) ab Hauptstrasse / über Alte Aescherstr. und Fahrweg ab Waldrand nordöstlich Sägissen
- Autobahnbedingte Staustufen. Der Bau des Aeschertunnels drückte die Bachsohle nach oben und bedingte die Höherlegung des Baches zwischen Stüber und Sandacher. Dazu wurde der Bach zuerst umgeleitet und dann neu gestaltet: bis zur Tunnelquerung ziemlich flach, danach in mehreren Stufen 5m hinunter zum ursprünglichen Bachbett. Von diesen Bauarbeiten ist nichts mehr zu sehen ausser den mit Felsblöcken gebildeten Stufen.
- Fast im Naturzustand ist der Gruenhaldenbach entlang der Grenze zu Lieli (Fahrweg westl. Buechrüti)
Vertiefungsthema
Was sind für Lebewesen im Aescherbach zu erwarten?
Der Aescherbach ist einigermassen sauber und natürlich. Trotzdem sind die früher vorhandenen grösseren Krebse und Fische oder die Wasseramsel nicht mehr vorhanden – für den Aescherbach ist es vorläufig nicht zu ändern. Gründe:
- Viel weniger Wasser - durch die Versiegelung der Böden (Strassen, Häuser, Plätze) fliesst das Regenwasser in die Kanalisation statt in den Bach. Das Dach-Meteorwasser wird nun bei Neubauten separat gefasst und wieder in den Bach geleitet – noch besser: Möglichkeit schaffen, dass es versickern kann. Für Strassenabwasser (verschmutzt) ist das aber noch nicht gelöst. Dabei wäre diese Trennung auch für die Kläranlage wichtig (grosse Regenmengen überfordern das System).
- Nährstoffreiches Wasser durch Düngung der Wiesen und Felder: der Dünger (Jauche, Mist, Kunstdünger) ist für den Boden und die Nutz-Pflanzen nötig, bei viel Regen wird aber auch ein Teil fortgeschwemmt sowie durch die Drainageleitungen in den Bach geleitet. Für die Ausbringung des Düngers gibt es deshalb Regeln, doch das Wetter hält sich nicht immer an die Prognosen und auch nicht ganz immer werden die Regeln befolgt.
Revitalisierung:
Die Freilegung von eingedolten Bächlein und Revitalisierungen, z.B. an der Reppisch im Waffenplatzbereich Birmensdorf, und geplant in Dietikon, sind wirkungsvoll. So hat es der erste Biber wieder bis Wettswil geschafft und baut dort oberhalb des Wüeritals seinen Damm – und in den Feuchtwiesen des Munisees (Revitalisierung des ehemaligen Autobahnwerkplatzes) brüten im Frühsommer Kiebitze. Dies ist aber nur mit grossem Schutzaufwand des Vereins Naturnetz Unteramt (Wettswil-Bonstetten-Stallikon) möglich, um Störungen durch Menschen und z.B. Füchse, die die Nester ausrauben, zu verhindern. Sogar der Biberstau bedroht die am Boden brütenden Kiebitze.
Im Reusstal, z.B. um Rottenschwil (Flachsee, Stille Reuss) hat die Reusstal-Sanierung in den 1970er-Jahren nicht nur die Überschwemmungsgefahr vermindert, sondern auch kostbare Naturflächen erhalten oder wieder geschaffen. In Aesch sind die ehemaligen Riedflächen und Moore definitiv verschwunden.
