Lösung Rätsel Tafel 10
Richtig: a
Die aus Nordamerika stammende Reblaus, eine Blattlaus-Verwandte, wurde in den 1860er Jahren durch Rebstöcke von der Ostküste Amerikas über London ins südliche Frankreich eingeschleppt (ab 1863 nachgewiesen) und breitete sich in der Reblausinvasion rasant von dort über sämtliche europäische Weinbaugebiete aus. In der Folge kam es im europäischen Weinbau zu dramatischen Verwüstungen, der sogenannten „Reblauskrise“ oder „Reblauskatastrophe“ (aus Wikipedia). Die Kirschessigfliege stammt hingegen aus Südostasien und bereitet dem Weinbau, hauptsächlich aber dem Anbau von Kirschen und Beeren, erst in der jüngeren Zeit Probleme. Sie wurde erstmals 2011 in der Schweiz nachgewiesen. «Traubenstecher» ist jedoch eine Worterfindung, die nicht existiert. Allerdings gibt es mit den «Rebenstecher» einen kleinen Käfer mit ähnlich klingendem Namen, der seine Eier in Weinblätter einrollt, was die Pflanzen ebenfalls schädigen kann.
Zusatzinformationen zum Standort
Naturschutzgebiet/Eigentümer/Bewirtschafter: Die Gemeinde Aesch hat zwar den Schutzstatus verfügt (mit Einverständnis des Eigentümers), das Gebiet ist aber in Privateigentum und wird vom Bewirtschafter gepachtet, genutzt und gepflegt (nach detailliertem Pflegeplan). Die Trockenwiese der Steilwand muss teilweise durch den NVV Lerche von Hand geschnitten werden.
Vertiefungsthema
Magere Böden - Invasive Neophyten:
Die ehemaligen Kiesflächen hier sind eigentlich ideal für Magerwiesen mit vielen Blumen. Mager bedeutet aber auch freie Flächen und langsames Wachstum – und dies ist auch günstig für invasive Neophyten = fremde, eingeschleppte Pflanzen, die die einheimischen verdrängen. Hier ist es das einjährige Berufkraut (viele weisse Blüten wie kleine hochgeschossene Margritchen), das deshalb regelmässig ausgerissen werden muss.
Auf einem verlassenen Bauplatz ist die Geissraute (violette Blüten) das wuchernde Problem. In Aesch ist die Verbreitung von invasiven Neophyten mit einigem Aufwand unter Kontrolle.
Kirschessigfliege: neu eingewanderter extremer Obstschädling wie vor 130 Jahren die Reblaus:
Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) gibt es erst seit 2011 bei uns, aber ungeschützte Kirschen, Trauben, Himbeeren, Brombeeren, Pflaumen usw. (dunkel und weich) werden fast alle ungeniessbar resp. werden angestochen und darin entwickelt sich die Brut. In Intensivanlagen können die gefährdeten Früchte mit feinmaschigen Netzen geschützt werden, grosse landschaftsprägende Kirschbäume lassen sich aber nicht schützen! (zu gross/hoch für Netze)
