Lösung Rätsel Tafel 4

Richtig: b
Weitere Infos z.B. hier: https://www.bauer-luemmel-shop.de/Berlepsch-Apfel

Hintergrundinformationen zum Standort

- Hochstamm-Obstbäume: Ganz hohe Mostobstbäume (Äpfel und Birnen) wurden seit 1940 kaum mehr gepflanzt und sind deshalb beinahe verschwunden (Überbauung, Alter, Stürme, schwierige Ernte – auch viel weniger Bedarf an saurem und süssem Most). Diese Hochstämmer hier (mit Schnitt in der Höhe begrenzt) wurden für Tafelobst angepflanzt - es gab dabei genug 2. Qualität und Fallobst für die Most.

- Niederstamm-Obstanlagen: Das Pflücken ist einfacher, zudem wurden immer neue Sorten gezüchtet, um dem veränderten Geschmack der Konsumenten zu entsprechen. Alte Sorten noch erhältlich unter Spezie Rara. Gegen Hagel wurden diese Anlagen seit etwa 40 Jahren mit Netzen geschützt, Kirschbäume auch vor Vögeln und neuerdings vor der Kirschessigfliege. Dieser vor 10 Jahren eingeschleppte Schädling legt die Eier in süsse weiche Früchte, die dann ungeniessbar werden. Ein Weibchen von Drosophila suzukii kann 300-400 Eier legen = Kirschen ungeniessbar machen (auch Brombeeren, Pflaumen, Trauben, ...).

Vertiefungsthema

Kann ich durch das Trinken von Hochstamm-Obstsaft zum Naturschutz beitragen?
Hochstamm-Obstbäume sind für die Natur wichtig (siehe Tafeltext), ihre Äpfel und Birnen lassen sich aber häufig nur noch als Mostobst nutzen – Tafelobst-Qualität ist schwierig zu erreichen. Hochstammobstsaft ist etwas teurer als normaler Süssmost, der meistens aus überzähligem und 2.-Klass-Tafelobst gepresst wird. Mit dem Aufpreis wird der grössere Aufwand für die Ernte abgegolten – und Hochstamm-Obstbäume können so erhalten werden, solange sie gesund sind. (siehe auch Anmerkung PS)

Süssmost lässt sich gut mit Wasser verdünnen, um den Zuckergehalt zu reduzieren – also empfohlenes Getränk.

Wenn Sie in den Aescher Hofläden Süssmost kaufen, ist mindestens ein Anteil aus Hochstammobst und sie unterstützen die Aescher Bauern und die Pflege ihrer Hochstämmer.

 

PS: Neu gepflanzte Hochstamm-Bäume waren in der Vernetzung Aesch zuerst häufig Nussbäume, da diese keinen Insektizid-Schutz brauchen und die Ernte (am Boden) problemlos ist. Nun werden auch wieder Obstbäume gesetzt (vorzugsweise Mostobst).

 

Landwirtschaft und Natur im Einklang:

Unsere Bauern sind gefordert zwischen Naturerhalt, Qualitätsansprüchen der Abnehmer und Erwirtschaftung ihres Lebensunterhalts. Die Direktzahlungen des Bundes ermöglichen erst, dass in der Schweiz noch einheimische Nahrungsmittel produziert werden (Bio und konventionell) – und unsere Felder und Wiesen noch unterhalten werden. Dabei braucht es auch viel Einsatz z.B. gegen eingeschleppte invasive Neophyten, die einheimische Pflanzengemeinschaften bedrängen.

Zuerst hochgejubelte chemische Schädlingsbekämpfungsmittel entpuppten sich plötzlich als problematisch – Unkrautbekämpfung in Handarbeit ist aber heute kaum mehr zu bezahlen. In der Biolandwirtschaft wie in den verschiedenen konventionellen Bewirtschaftungsformen werden Lösungen gesucht, wie das Maschinen erledigen können, z.B. kameragesteuert.

Mit dem Vernetzungsprojekt Aesch, an dem viele Betriebe beteiligt sind, hat die Natur wieder etwas mehr Gewicht erhalten – beide Seiten sind zufrieden und profitieren.